Galerie Forum Amalienpark
Blick Richtung Stadt
Jörn Gerstenberg, Klaus Hochhaus, Suse Schüffel


Jörn Gerstenberg, Im Schatten I, PVC-Druck auf Leinwand, koloriert, 100 x 130 cm, 2015


Suse Schüffel, Nachts in der Stadt 1, 2017, Öl auf Leinwand, 120 x 90 cm


Klaus Hochhaus, Spirits of Commerce, Acryl auf Leinwand, 57 x 130 cm, 2006


Blick Richtung Stadt – drei Künstler die sich mit dem Thema Stadt auseinandersetzen, denn die Großstadtexistenz ist für viele Bildenden Künstler prägend. Dabei geht es nicht nur um die äußere Erscheinung, sondern um die dahinter verborgene Schönheit, die rhythmische Ordnung der Architektur, die Strukturen von Stille und Hektik und den Sound einer Großstadt. Die Ausstellung zeigt wie diese Eindrücke in Malerei, Zeichnung und Grafik übersetzt werden können.

In stark farbigen und kontrastreichen Stadt- und Figurenbildern dieser Ausstellung kommt Suse Schüffel dem nahe, was die Künstlerin bei ihren Gängen durch die Stadt empfindet, entdeckt oder feststellt. Die dabei entstandenen Werke sind Übersetzungen von persönlichen Ideen – einer Phantasiewelt – in die der Betrachter eintreten kann.
In dieser Welt können dargestellte Figuren oder Örtlichkeiten sich zu Fiktionen entwickeln, die der Betrachter zu kennen glaubt. Aber wichtiger als die topografische Bestimmung dargestellter Orte oder die Identifizierung von Personen, ist Suse Schüffel der ungeschminkte lichterfüllte Gesamteindruck städtischer Atmosphäre. Dabei bestimmt die Zeichnung den Duktus der grafischen und malerischen Werke und unterstreicht durch diese optische Dynamisierung das Fließen und sich Bewegen der niemals ruhenden Stadt Berlin.

Anfang der 90er Jahre begann Jörn Gerstenberg die Technik des Linolschnittes in der Variante des PVC-Druckes weiter zu entwickeln und zu perfektionieren. In langem Prozess übersetzt Jörn Gerstenberg seine Ideen in eine Zeichnung und in den Schnitt einer Druckplatte und präsentiert den Abdruck auf Papier oder Leinwand.
In seinen Drucken seziert Jörn Gerstenberg öffentliche Gebäude, um ihre Grundstrukturen freizulegen. Zoos, Supermärkte, Verwaltungsgebäude sind Ausgangspunkte für seine künstlerische Auseinandersetzung mit dem urbanen Lebensraum. Seine Werke erinnern an die Vergänglichkeit zivilisatorischer Errungenschaften und gewähren dem Betrachter Einblick in eine Welt, deren modernistischer Elan längst vergangen ist.

Die Bilder und Zeichnungen von Klaus Hochhaus setzen sich mit dem Menschen, seinen Bezügen zur unmittelbaren Umgebung und zur Gesellschaft auseinander.
Aus den häufig aus der Erinnerung abgerufenen Bilden, Momentaufnahmen aus Gesehenem und Erlebtem, entstehen Sequenzen, in denen ein Thema variiert und wiederholt bearbeitet wird. So entstehen Zeichnungen in Mischtechnik, Acryl, Tusche und Fettstift und großformatige Arbeiten in Acryl auf Leinwand
Die Arbeitszyklen ›Denke an eine Stadt‹, ›Spirits of Commerce‹ oder auch ›Im Zentrum‹ thematisieren die Situation des Menschen in seinen von ihm selbst geschaffenen, oft kommerziell bestimmten Lebensräumen und beschreiben, wie weit entfernt das Individuum von seiner hochtechnisierten, perfekt glänzenden Umgebung existiert.

Ausstellung vom 29. Juni bis 27. Juli 2019
Einladung

Finissage
Freitag 26. Juli, 19.30 Uhr
Künstler-Kurzfilme

Informationen zu den Künstlern
Klaus Hochhaus, klaushochhaus.de
Suse Schüffel, susanne-schueffel.de
Jörn Gerstenberg, jörn-gerstenberg.de
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