Galerie Forum Amalienpark
Hans Vent – Der andere Blick
Malerei, Zeichnung, Skulptur

Der Maler und Grafiker Hans Vent ist am 31. Januar 2018 wenige Tage vor seinem 84. Geburtstag in Berlin verstorben. An der Hochschule für bildende und angewandte Kunst in Berlin-Weißensee begann Hans Vent 1953 ein Studium im Fach Malerei. Seine Lehrer waren u.a. Toni Mau, Kurt Robbel, Bert Heller und Gabriele Mucchi. Später erhielt er selbst an der Hochschule einen Lehrauftrag. Seit 1990 war er Mitglied der Akademie der Künste.

Hans Vent, der Experimentator, war immer auf dem Wege. Es ist eine der großen Besonderheiten von Vents Lebenswerk, dass es sich abseits von vorherrschenden Konventionen entfaltete, dass er sich nicht einengen ließ, auch durch das nicht, was er selbst auf einer früheren Stufe seines Weges gefunden hat.

»Was der Maler ergründen und mitteilen will, handelt er an menschlichen Figuren, Halbfiguren oder Kopfdarstellungen ab. Vent setzt sich malerisch mit den Beziehungen der Menschen, den Grenzsituationen ihrer Gefühle und Zustände auseinander. Aber er porträtiert nicht, sondern er reduziert die Äußerlichkeiten der Figuren und führt das Menschsein auf elementare Bestandteile wie Physiognomie, Haltung und Gestik zurück.

Durch diese Reduktion verändert sich auch die Perspektive auf Bewegung und Bewegtheit. In der innegehaltenen Bewegung steigert sich die Ausdruckskraft der inneren Bewegtheit. Vents große Figuren- und Kopfbilder beschreiben körperliche und geistige Zustände außerhalb des Normalen ohne vordergründige Wertung.

Diese Körper- und Kopfgebilde sind das Ergebnis einer offenen und spontanen Arbeitsweise, die im Bild nachvollziehbar ist und wohl auch deshalb die erzeugten Spannungen der Figuren wahrhaftig erscheinen lässt. Vent schafft, wie er selber sagt, aus der Summe seiner Empfindungen und Erfahrungen und sucht für sie eine malerische Entsprechung.«

Dr. Simone Tippach Schneider, 20.2.2014, anlässlich der Ausstellung »Hans Vent – Zeichnungen, Acryl und Gouachen auf Papier«, Galerie Forum Amalienpark

Ausstellung vom 23. Februar bis 30. März 2019
Einladung

Ausstellungseröffnung am 23. Februar 2019
Laudatio: Dr. Katrin Arrieta
Rede zum Nachlesen
Rundgang durch die Ausstellung >>

Galeriegespräch
Freitag 1. März 2019, 19 Uhr
Matthias Flügge im Gespräch mit
Lothar Böhme und Dieter Goltzsche

Finissage
Freitag 29. März 2019, 18 Uhr
Christina Renker und die Galerie laden ein.




Hans Vent 1934-2018
»Ich habe immer dann aufgehört zu malen, wenn ich gemerkt habe, daß durch mehr Dazutun das Bild zu genau, zu naturalistisch wird und damit seinen künstlerischen Wert verliert. Für mich hat die rein abbildhafte Darstellung von Arbeitsvorgängen oder die Illustrierung von Geschichtlichem wenig Sinn. Dagegen hat das Seinsmäßige, das Elementare des Menschen immer eine Rolle gespielt.«
Hans Vent 1976 in »Maler und Werk«, Verlag der Kunst Dresden
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