Galerie Forum Amalienpark
Schritte/Linien, Pas/Lignes
zu Ulrich Zieger
 
Abbildung: Ulrich Zieger und Werner Hennrich, Szenenfoto aus dem Stück "Das Moskauer Bett", 1986, Foto: Jochen Wermann

Die Ausstellung "Schritte/Linien, Pas/Lignes – zu Ulrich Zieger" nähert sich dem Werk des 1961 in Döbeln geborenen und im Jahr 2015 in Montpellier verstorbenen Autors, Übersetzers und Zeichners Ulrich Zieger in Schritten und mittels verbindender Linien.

Ulrich Zieger, der über alle Jahre auch selbst malte und vor allen Dingen zeichnete, reflektiert in seinen Texten in vielfältigen Verweisen sein Verhältnis zur bildenden Kunst, zu Handwerk und Gesinnung, zur Einsamkeit des Malers und zur Künstlerexistenz schlechthin.

Die wiederkehrenden Themen seines Schreibens waren die Herkunft aus der Provinz, der Auszug in die Welt um das Fürchten zu lernen, der Gesang an unpassender Stelle, der Durst, das Gespräch, dem die Zuluft fehlt und der Abschied aus einer Lebens- oder Textlage in das Ungewisse des nächsten Wortes. Es ist ein Weltbild im kleinen Winkel, ausgestattet mit Ulrich Ziegers tiefer Kenntnis vom Nachbarn und Übermieter, vom unbewussten Untermieter, von Frau und Kind, mit seiner Verkettung von Möglichkeiten und Unmöglichkeiten, mit der Skalpierung des Zeitgeistes, mit dem Fahnenschwingen, dem Taschentuchschwingen, dem Verrat, dem langsamen Verfall, der Endzeit, der Tristesse ohne Hintertür, dem Besäufnis und Chapeau.

Die Ausstellung zeigt neben eigenen bildkünstlerischen Arbeiten Ziegers buchkünstlerische Kollaborationen mit befreundeten Künstlern, eine punktuelle Dokumentation von Ziegers Theater- und Drehbucharbeiten sowie neu entstandene Arbeiten verschiedener Künstler, die sich auf Texte, die Biographie oder den langjährigen südfranzösischen Wohnort Ulrich Ziegers beziehen oder aber in gedanklicher und konzeptioneller Parallelität zu Ziegers Werk und Arbeitsansatz stehen.

Zur Ausstellung findet ein umfangreiches Begleitprogramm mit Lesung, Musik und einer szenischen Aufführung statt.

Christian Ulrich, August 2017



Michael Morgner "Schreitender", Bronze, 83 x 30 x 85 cm, 2000
Klaus Killisch "Der Schreiber", Öl auf Leinwand, 164 x 135 cm, 1988, Neues Museum Nürnberg, Leihgabe aus Privatbesitz




Christian Ulrich "Dnepr-Petrowsk", Aus den Notizen zu "Die Mühsal / Blättermagen", Tusche, Deckweiß, Farbstift auf Papier, 2017




Ulrich Zieger, o.T. (Kopf), Tusche, Gouache, Bleistift auf Papier, 1996
Matthias Heidenreich "Schriftsteller", Farbstift auf Papier, 2016




Ulrich Zieger "Stier der letzten Winter", Tusche, Gouache, Bleistift auf Papier, 1996




Ulrich Zieger "Stier für die Toten", Tusche, Aquarell, Bleistift auf Papier, 1996




Ulrich Zieger, Typoskript, Brief an Christian Pulz vom 2.11.1981




Steffen Reck "Ein Bild von der Heimat", Filmstill, Video unter Verwendung eines Telefoninterviews mit Ulrich Zieger, 2017


 
Ausstellung vom 30.9. bis 4.11.2017

Eröffnung am Freitag, 29.9.2017, 20 Uhr
Einführung: Christian Ulrich
​Gesang: Alexandra Heimberger
Einladung
Rede zur Ausstellungseröffnung
hier nachhören

An der Ausstellung beteiligte Künstler:
Ulrich Zieger, Armando, Sarah Balounaïck,
Thomas Florschuetz, Andreas Hegewald,
Matthias Heidenreich, Werner Hennrich,
Dorothee Helena Jacobs, Klaus Killisch,
Laurent Mesguich, Michael Morgner,
Steffen Reck, Peter Schnaak, Jochen Seidel,
Dirk Skiba, Christian Ulrich, Jochen Wermann,
Bert Wrede

Rundgang >


Begleitprogramm zur Ausstellung
30.9.2017, 20 Uhr
In Anwesenheit einer Figur
Texte und Musik von und zu Ulrich Zieger
mit Marc Bizzini, Gabriele Hänel, Werner Hennrich, Andreas Pichler, Gaëlle Reynaud, Kristin Schulz
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12.10.2017, 20 Uhr
Abwärts!
Präsentation der Septemberausgabe
mit dem Zieger-Spezial
hier nachhören
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21.10.2017, 19 Uhr
vorsprechen, nachsprechen
Eine Theaterskizze nach dem Textfragment
"Die Mühsal/Blättermagen" von Ulrich Zieger
Regie: Albrecht Hirche
Spiel: Eileen von Hoyningen Hüne, Josephine Buchwitz , Evi Arnsbjerk Brygmann
Transkription und Bearbeitung: Christian Ulrich
Im Anschluss ein Gespräch über die Theaterarbeiten mit Thomas Irmer, Justus Carriere und Lilli Nitsche
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4.11.2017, 19 Uhr, Finissage,
vorsprechen, nachsprechen
2. Aufführung, alle Angaben siehe 21.10.2017
Im Anschluss Diskothek Zieger mit Robert Mießner, Steffen Reck und Kristin Schulz




 
Das Projekt wird gefördert vom

Bezirksamt Pankow von Berlin
Amt für Weiterbildung und Kultur
FB Kunst und Kultur

In Zusammenarbeit mit der Akademie der Künste, Berlin, der Wim Wenders Stiftung, Düsseldorf und mit Vladimir und Donovan Zieger, Montpellier.
Dank für die zahlreichen Leihgaben aus privaten Sammlungen.

 

Im Zusammenhang mit der Ausstellung
erscheint das Septemberheft der Literatur-
zeitschrift "Abwärts!"
mit einem Zieger-Spezial mit zahlreichen Abbildungen seiner Zeichnungen, bis dato unveröffentlichten Texten und Erinnerungsstücken von Freunden und Weggefährten.


 
 
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