Galerie Forum Amalienpark
UTOPIE UND KATASTROPHE
Begleitprogramm zur Ausstellung


Freitag 11. 12. 2015
Ort: Kavalierhaus, 13187 Berlin-Pankow, Breite Straße 45
Einführung 19 Uhr, Dr. Gerhard Müller
Konzert ab 19:30 Uhr
Eintritt 8 Euro, ermäßigt 5 Euro

Konzert mit dem Arminio-Quartett

Programm
Dmitri Schostakowitsch (1906 – 1975)
Streichquartett Nr. 1 C-Dur op. 40 (1938)
1. Moderato
2. Moderato
3. Allegro molto
4. Allegro

Johann Sebastian Bach (1685 – 1750)
Contrapunctus 1, 4, 7, 9 und 18 aus „Die Kunst der Fuge“ BWV 1080

Dmitri Schostakowitsch
Streichquartett Nr. 15 es-Moll op. 144
1. Elegie
2. Serenade
3. Intermezzo
4. Nocturno
5. Trauermarsch
6. Epilog

Von den 15 Streichquartetten, die Dmitri Schostakowitsch schrieb, erklingen in diesem Konzert das erste und das letzte. Er plante ursprünglich einen Zyklus von 24 Quartetten in allen Tonarten, wie das »Wohltemperierte Clavier« von J.S. Bach oder die Etüden von Chopin, aber es war ihm nicht vergönnt, das Projekt zu vollenden. Das erste Quartett entstand 1938, nachdem die »Formalismus-Affäre« um seine Oper »Lady Macbeth von Mzensk« halbwegs überstanden war.

Er selbst betrachtete es als »eine Art Übung«, mit der er sich neue Wege in der Instrumentalmusik eröffnete. Dagegen ist das 15. Quartett ein Resümé seines Künstlerlebens. Es besteht aus sechs Adagios, die ohne Pause ineinander übergehen, und deren Satzbezeichnungen exakt mit denen seiner frühen, atonalen Klavier-Aphorismen übereinstimmen. Doch was sich einst stürmisch entfaltete, ist hier wie durch einen Schleier gesehen, unendlich langsam und von einer zerbrechlichen Zartheit.

Als Intermezzo zwischen den Quartetten erklingen fünf Fragmente aus der »Kunst der Fuge« von Johann Sebastian Bach. Die »Kunst der Fuge« ist ein Zyklus von vierzehn Fugen und vier Kanons, an denen Bach in seinen letzten Lebensjahren arbeitete. Sie war als Druck für die die Correspondierende Societät der musicalischen Wissenschaften in Leipzig bestimmt, der er 1747 beigetreten war. Das Werk war einer seiner »wissenschaftlichen Beiträge« für die Akademie.

Es handelt sich um eine Art Enzyklopädie des Kontrapunkts, nicht um ein Gesamtkunstwerk, das zu einer zyklischen Aufführung dienen sollte. Seiner vierstimmigen Partitur hatte Bach keine Instrumentenangaben beigefügt (vermutlich war es nur als »Lesemusik« gedacht). Heute werden diese Fugen in den unterschiedlichsten Quartettbesetzungen gespielt, vom Streichquartett bis zum Saxophonquartett und zur Gesangsdarbietung.


Arminio-Quartett

Das Arminio-Quartett wurde 2011 gegründet. Das Quartett ist konzertant über die Region hinaus präsent, so z.B. in einem Live-Auftritt bei WDR 3 oder mit einem Engagement am Landestheater Detmold für eine Produktion von J. S. Bachs kompletter »Kunst der Fuge« als Ballett. Wesentliche Impulse und Unterstützung erhält das Quartett von erfahrenen international bekannten Künstlern wie dem Auryn Quartett, Diemut Poppen u.a. Das Repertoire des Ensembles umfasst in erster Linie Werke des Barock, der Klassik und der Romantik.

Johanneke Haverkate, Violine

Johanneke Haverkate, 1985 in den Niederlanden geboren, spielt seit ihrem achten Lebensjahr Violine. Sie war Studentin bei Lex Korff de Gidts und Ilya Grubert in Amsterdam und studierte von 2012 bei Prof. Thomas Christian an der Hochschule für Musik Detmold, bei dem sie in Juni 2014 ihre Solo Master abgeschlossen hat.

Zur Zeit befindet sie sich in einem Aufbaustudium für Kammermusik beim Auryn Quartett. Sie war Preisträgerin bei dem Niederländischen »Prinses Christina« Wettbewerb (2002, 2004, 2005) und beim »Auryn Wetbewerb« (2015, 1. Preis).

Seit vielen Jahren widmet sie sich verstärkt der Kammermusik und ist in unterschiedlichen Ensembles und Duos, in den Niederlanden und im Ausland, aufgetreten.

Seit Mai 2012 arbeitet sie intensiv mit dem kolumbianischer Pianisten Juan Diego Galindez zusammen. Neben einer CD-Aufnahme mit der Violinsonate von R. Strauss gaben sie bereits Konzerte in Deutschland, Österreich und Italien. Johanneke Haverkate war Gast in verschiedenen professionellen Orchestern und Ensembles in den Niederlanden und im Ausland unter Dirigenten wie Hartmut Haenchen, Jurjen Hempel, Marc Albrecht, Reinbert de Leeuw und Jan Willem de Vriend.


Andrés Ramírez-Gastón, Violine

Andrés Ramírez-Gastón, 1992 in Lima geboren, erhielt seinen ersten Geigenunterricht im Alter von 4 Jahren bei seinem Großvater Enrique Costa und später bei Laszlo Benedek. Seit 2010 studiert er an der Hochschule für Musik Detmold in der Klasse von Prof. Ulrike-Anima Mathé.

Zusätzlich zu seinem Studium erhielt er wichtige musikalische Impulse im Rahmen von Meisterkursen bei Ulrike-Anima Mathé, Arnold Steinhardt, Midori Goto, William Preucil und im Bereich der Kammermusik beim Auryn Quartett, dem Guarneri Trio Prag und bei Eberhard Feltz. Während seinem Studium erspielte Andrés Ramírez-Gastón 2012 mit seinem Ensemble einen 1. Preis beim Kammermusik Wettbewerb der GFF in Detmold und im selben Jahr gewann er den ersten Preis, sowie den Publikums-preis beim 4. »Szymon-Goldberg-Award« in Meißen. Ein weiterer 1. Preis erhielt er mit seinem Klaviertrio in Juni 2015 beim 1. »Auryn Wettbewerb« in der Hfm Detmold.

Andrés Ramírez-Gastón ist Stipendiat der DAAD, der GFF und der Hochschule für Musik Detmold für besondere Leistungen. In seinem Heimatland trat er mehrmals als Solist mit verschiedenen Orchestern auf, u.a. mit dem Nationalen Sinfonieorchester Peru im Alter von zehn Jahren. Seitdem wird er regelmäßig als Gast eingeladen.

Friedemann Jörns, Viola

Friedemann Jörns, 1989 in Berlin als Sohn einer Musikerfamilie geboren, erhielt seinen ersten Geigenunterricht mit fünf Jahren und entdeckte einige Jahre später seine Liebe zur Bratsche. Er begann sein Studium 2008 in Hamburg bei Prof. Thomas Selditz sowie Prof. Marius Nichiteanu und wird seit 2011 an der HfM Detmold von Prof. Diemut Poppen, Corinne Contardo und Peijun Xu unterrichtet.

Im Rahmen von Meisterkursen erhielt er wesentliche Impulse durch Künstler wie Nobuko Imai, Tatjana Masurenko, Michael Tree, Atar Arad, Roland Glassl und dem Aurynquartett. Friedemann Jörns sammelte bereits vielfältige Erfahrungen in den Bereichen der zeitgenössischen Musik (u.a. »Darmstädter Ferienkurse“) und der historischen Aufführungspraxis, wobei er mit Künstlern wie Philippe Herreweghe, Gerhard Darmstadt und Ulrike-Anima Mathé zusammenarbeitete.

2012 gründete er mit Komilitonen das Arminio-Quartett. Er ist Mitglied der Jungen Deutschen Philharmonie sowie seit 2013 Stipendiat der Villa Musica. 2015 debütierte er als Solist mit dem Detmolder Kammerorchester.

Max Gundermann, Violoncello

Max Gundermann, 1986 in Berlin geboren, erhielt seinen ersten Cellounterricht im Alter von sechs Jahren. Schon früh konnte er erste Erfolge feiern, sowohl solistisch, als auch kammermusikalisch, unter anderem durch erste Preise bei »Jugend musiziert«.

2007 begann er sein Studium an der Hochschule für Musik in Detmold in der Klasse von Prof. Xenia Jankovic und legte im Juni 2011 seine Künstlerische Reifeprüfung ab. Mit Auszeichnung schloss er 2013 den Master im Studiengang »Orchesterspiel« im Orchesterzentrum NRW ab. Seitdem befindet er sich in einem Aufbaustudium für Kammermusik beim Auryn Quartett. Weitere Anregungen erhielt er durch Meisterkurse, unter anderem bei Michael Sanderling, Matias Pinto und Luis Claret. Seit 2011 spielt als Cellist und Gründungsmitglied im Arminio-Quartett.

Max Gundermann ist Stipendiat der Pradè-Stiftung, der Stiftung des Studienfonds OWL, der Gesellschaft der Freunde und Förderer der HfM Detmold sowie des Lionsclub Detmold-Residenz.

Max Gundermann war von von 2014 bis 2015 Akademist bei der Nordwestdeutschen Philharmonie in Herford. Weitere Orchestererfahrung konnte im Symphonischen Orchester des Landestheaters Detmold, sowie als Solocellist der Jungen Sinfonie Berlin sammeln.



Dr. Gerhard Müller


Arminio-Quartett








 

Ausstellung vom
21. November 2015
bis 16. Januar 2016

Veranstaltungen am
Freitag 20.11.2015
Dienstag 24.11.2015
Dienstag 1.12.2015
Mittwoch 9.12.2015
Freitag 11.12.2015
Freitag 8.1.2016
Freitag 15.1.2016

Programm-
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