AMALIENPARK | RAUM FÜR KUNST
Gravitationsfeld Beethoven

Ausstellung vom 10. Januar bis 28. Februar 2020
in der Galerie Amalienpark Raum für Kunst, Berlin



Teilnehmende Künstler

Jens Becker
1964 geboren in Berlin
1985–90 künstlerische Basisarbeit bei Brigitte Fugmann u. Robert Rehfeldt
1989–96 Malerei, flächige Arbeiten
1994 Chateau de Justiniac, (erstes mechanisches Objekt)
1996–99 elektromagnetische Objekte, mechanische Objekte und Installationen,
2001 Balimaschine (Objekt)
2001–03 Projektionen (Projektionsobjekte und Installation)
2003–10 Gruppen und Schleifen (mechanische Objekte und Installation)
2004 suffering machine (Objekte, Installation)
ab 2005 Experimentalaufbauten (mechanische Objekte und Installation)
2015 Gold, Licht (Videoarbeiten)
2015–17 Transzendentalturbine, schwarz, Vakuum Licht (mechanische Objekte und Installation)
2017–19 Ikonen (Lichtobjekte, Objekttafeln) Endlosformen (Objekte) Rot-Blau Verschiebung (mechanische Lichtobjekte)


Claudio D’Ambrosio
1953 In Italien geboren
1982–89 Studium der Malerei an der Hochschule der Künste, Berlin, Meisterschüler von Prof. Marwan
Seit 1990 zahlreiche Ausstellungen im in und Ausland.
Lebt und arbeitet in Berlin
Preise und Stipendien
1989–90 Atelier-Stipendium der Karl-Hofer-Gesellschaft, Berlin
1990–99 Werkverträge, Senat von Berlin
2000 Tempelhof-Schöneberger-Kunstpreis
claudiodambrosio.de

Wenn man Beethovens Manuskripte anschaut, vermitteln sie einen wirren Eindruck, sind kaum leserlich, aber die eigentliche Struktur ist klar und folgt einem bestimmten Schema, das er immer weiter entwickelt hat.
Hat Ludwig van Beethoven gleichsam die klare Struktur durch Chaos und Ornamente überlagert, versuche ich, meinem Chaos auf den Grund zu gehen und die klaren Strukturen offen zu legen.



Dieter Goltzsche
1934 in Dresden geboren
1952–57 Hochschule für Bildende Künste Dresden
1958–59 Meisterschüler an der Deutschen Akademie der Künste zu Berlin
seit 1959 freischaffend in Berlin tätig
Preise und Stipendien
1978 Käthe-Kollwitz-Preis der Akademie der Künste Berlin
1996 Hannah-Höch-Preis des Landes Berlin
2010 Hans Theo Richter-Preis der Sächsischen Akademie der Künste
Regelmäßige Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen im In-und Ausland

Für den hiesigen Fall: Wer hat noch etwas zu sagen angesichts Beethovens op. 111 und op. 131; und überhaupt?


Martin Enderlein
1963 in Karl-Marx-Stadt (Chemnitz) geboren
1980–89 Lehre und berufliche Tätigkeit als Schriftmaler
1990–95 Studium an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee
1995–96 Meisterschüler bei Prof. Dieter Goltzsche
seit 1997 lebt und arbeitet in Berlin
Regelmäßige Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen im In- und Ausland
hoeschel-enderlein.de

Ich inszeniere die Musik des L. van Beethoven als den großen Tanz des Lebens. Hier finde ich Gefühle jeder Art, Ausgelassenheit und Jubel gepaart mit der größten Erhabenheit. Ein Bogen gespannt von Empfindsamkeit bis zur Ausgelassenheit und größtem Lärm, ausgeführt mit Pauken und Trompeten. Die Herausforderung liegt für mich darin, der Musik als eigener Kunstform mit Bildern von Tanz, Liebe, Leidenschaft und Gewalt zu begegnen.


Sabina Grzimek
1942 in Rom geboren
1962–67 Studium der Bildhauerei in Berlin Weißensee
1969–72 Meisterschülerin an der Akademie der Künste Berlin
seit 1972 freischaffend tštig in Berlin und Erkner
seit 1997 Gastdozentin an der Grafik+Design-Schule in Anklam
Preise
1972 Gustav-Weidanz-Preis
1983 Käthe-Kollwitz-Preis
1994 Preis des Kunstfördervereins Weinheim
1996 Ernst-Rietschel-Kunstpreis der Stadt Pulsnitz
2011 Brandenburgischer Kunstpreis, Ehrenpreis des Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg für ein Lebenswerk
sabinagrzimek.de


Annette Gundermann
1957 in Berlin geboren
1984–89 Hochschule für Bildende Künste Dresden, Malerei und Grafik
1994–98 Werkverträge Senat von Berlin
seit 2017 Dozentin für Malerei, Sommerakademie, Hagen/Rügen
2007/12 Stipendium Käthe-Dorsch-Stiftung
2015 Brandenburgischer Kunstpreis für Malerei
Werke befinden sich in der Kunstsammlung Deutscher Bundestag, im Senat von Berlin, in der Donnersmarck-Stiftung, Cajewitz-Stiftung, Art Gallery College Oakland und in privaten Sammlungen. Regelmäßige Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen im In- und Ausland
a-gundermann.de

Beethoven war der Gigant und Begleiter väterlicher Zuneigung und gemeisamer Konzertbesuche. Dann lange Zeit Pause. Ludwig war ein Naturliebhaber und begeisterter Spaziergänger. Seine Pastorale kann man auch als Huldigung an endlose und schöne Landschaften sehen. Mich erschüttert sie aber auch und zeigt Einsamkeit, besonders die des Komponisten.


Matthias Heidenreich
1964 in Berlin geboren
Malereistudium an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee
Studienaufenthalte an Kunsthochschulen in den Niederlandenund den USA
Seit 1995 freischaffend in Berlin tätig.
Seit 1998 Kurse und Lehraufträge an Schulen, Kulturinstitutionen und Universitäten.
matthias-heidenreich.de









Doris Leue
1954 in Straguth bei Zerbst geboren
1972–76 Kunsterziehungsstudium an der Humboldt-Universität zu Berlin
1976–78 Arbeit als Lehrerin
1978–85 Mitarbeit in der Galerie Unter den Linden
1983–85 Ausbildung als Zirkelleiterin für Malerei und Grafik
1985–96 Mitarbeiterin im Institut für Kunstpädagogik der Humboldt-Universität
seit 1996 Mitarbeiterin im Museum für Naturkunde Berlin
lebt und arbeitet in Berlin

Beethoven roll over

Henry Stöcker
1954 in Bergen/Rügen geboren
1990–91 Aspirantur bei Prof. Schönfelder
1991–92 Meisterstudium
1992–94 NaFöG-Förderstipendium des Senats Berlin
1990 Preisträger des Wettbewerbs »Oltre il muro«
1990 TAKIFUJI-BJUTSU-SHOU, Preis der Japan Cultural Association
1997 Erster Preisträger im Wettbewerb für Kunst am Bau in Karow-Nord
2002 Lehrauftrag Bildhauerei/Kunsthochschule Berlin Weißensee
lebt und arbeitet in Berlin und Storkow
henrystoecker.de

Beethovens Musik verzaubert durch existentielle Urgewalt und Wucht – bei gleichsam feinfühligster Zartheit und tiefwurzelnder Sehnsucht nach menschlichem Miteinander. Die besondere Erschütterung – auch beim wiederholten – Hören seiner zeitlosen Werke verweisen mich auf die unergründlichen Möglichkeiten künstlerischen Ausdrucksvermögens. Es bleibt: tiefbetroffenes Schweigen und Lauschen; Lauschen und noch tieferes Schweigen.



Christian Ulrich
1971 in Brandenburg/Havel geboren
1991–97 Kunsthochschule Berlin Weißensee
1997–98 Meisterschülerjahr
seit 2018 Lehrauftrag Fachhochschule Bielefeld und
Gastvorträge an der Alice-Salomon-Hochschule Berlin
christianulrich.de

Beethoven setzt seine Klangschütte in Gang. Beethoven kann nicht hören. Stille ist seine Krankheit. Beethoven trägt auf den Schultern ein Kind, dessen Gesicht ein Jahrhundert älter ist als er. Beethoven stößt sich am Himmel und steckt in der Erde. Beethoven hat sein Bett neben dem Flügel. Beethoven pfeift ein Lied, das jeder kennt. Beethoven hat ein Loch in der Hose. Beethoven masturbiert nur am Sonntag. Beethoven ist einsam. Beethoven hat viel Besuch, als er tot ist. Besser mit einem Toten reden als mit einem Tauben. Beethoven ist eine russische Ikone. Beethoven hat einen Heiligenschein. Beethoven ist ein Abziehbild. Beethoven ist ein Siebdruck. Beethoven ist Shakespeare und Lenin.
Beethoven hat immer Geburtstag.