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In der Galerie

»Ton­Art – Kom­po­nis­tin­nen« 
4.11.20 bis 14.1.2023

Yvonne And­rei­ni
Regi­na Con­rad
Mar­tin Enderlein

Annet­te Gundermann
Klaus Hack
Ernst J. Petras

Susan­ne Stel­zen­bach
Chris­ti­an Ulrich
Astrid Wei­chelt

Geför­dert durch

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Koope­ra­ti­ons­part­ner des Projekts

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Ein Aus­stel­lungs­pro­jekt der Rei­he KUNST&KLANG

Der künst­le­ri­sche Dis­kurs bezieht durch den Focus des Pro­jekts auf die Wer­ke von Kom­po­nis­tin­nen zusätz­li­che gesell­schafts­po­li­ti­sche Aufladung.Die Ungleich­ver­tei­lung der Geschlech­ter in der gegen­wär­ti­gen Auf­füh­rungs­pra­xis ist auch heu­te noch mani­fest, obwohl die aka­de­mi­schen Debat­ten mit der Aus­dif­fe­ren­zie­rung der Gen­der Stu­dies in musik­wis­sen­schaft­li­chen Dis­kus­sio­nen und Publi­ka­tio­nen zuge­nom­men haben. Hier setzt das Begleit­pro­gramm an – Kon­zer­te, Vor­trä­ge, Fil­me und Gesprä­che wid­men sich meh­re­ren Kom­po­nis­tin­nen.
Die Künst­le­rin­nen und Künst­ler der Aus­stel­lung suchen Inspi­ra­tio­nen durch Musik und reflek­tie­ren die Mög­lich­kei­ten der Über­tra­gung von Gestal­tungs­prin­zi­pi­en und struk­tu­rel­len Ana­lo­gien. Zum ande­ren zei­gen sich im bild­künst­le­ri­schen Gestal­ten – ver­gleich­bar mit der Musik – refle­xi­ve Hal­tun­gen, bei denen es um gesell­schaft­li­che Uto­pien, Dif­fe­ren­zen und Schei­tern im krea­ti­ven Schaf­fen geht. Klang­räu­me wer­den zu Denk­land­schaf­ten aus Linie, Far­be, Form, ergänzt durch eine Video-Klang-Instal­la­ti­on. Der Syn­er­gie­ef­fekt durch das Zusam­men­wir­ken von Kunst, Lite­ra­tur, Wis­sen­schaft, Phi­lo­so­phie und Film bie­tet sowohl den teil­neh­men­den Künst­le­rin­nen und Künst­lern als auch dem Publi­kum dif­fe­ren­zier­te und unge­wöhn­li­che Sichtweisen..

Astrid Weichelt, »Wilhelmines Musenhügel«, 2022 (Ausschnitt)

Eröff­nung
Frei­tag 4.11.2022, 19:30 Uhr

Lau­da­tio: Dr. Simo­ne Tip­pach-Schnei­der, Kunst­wis­sen­schaft­le­rin
Musik: Cath­rin Pfei­fer, Akkordeon

Foto: Goetz Rakow

Veranstaltungen Termine

Künst­ler­ge­spräch
Diens­tag, 8.11.2022, 19 Uhr

mit Dr. Simo­ne Tip­pach-Schnei­der, Kunst­wis­sen­schaft­le­rin
zu den Wer­ken der Aus­stel­lung im Kon­text
zur Musik

Dr. Simone Tippach-Schneider

Unsicht­ba­re Sai­ten-
das There­min

Ein inter­ak­ti­ver Abend
Frei­tag, 18.11.22, 19 Uhr

Gespräch: Dr. Chris­ti­na Dörf­ling, Medi­en­wis­sen­schaft­le­rin
Das ers­te elek­tro­ni­sche Musik­in­stru­ment, das There­min, erklingt berüh­rungs­los ohne Sai­ten, Tas­ten oder Pedal, nur durch per­fek­tes Fin­ger­spiel im Kraft­feld zwei­er Anten­nen. In Film­se­quen­zen und beglei­ten­dem Gespräch wird die Mos­kau­er Kom­po­nis­tin Lydia Kavina vor­ge­stellt.
Attrak­ti­on: There­mi­ne in der Gale­rie zum Ausprobieren.

Eintritt 5 Euro
Theremin

Kon­zert »Fünf Augen­bli­cke II – Kom­po­si­ti­on für Sopran solo und elek­tro­akus­ti­sches Zuspiel«
Diens­tag, 22.11.2022, 19 Uhr

Kom­po­si­ti­on Susan­ne Stel­zen­bach
Gesang Rami­na Abdulla-Zadè

Eintritt 5 Euro

»Lie­der ohne Schnör­kel – zwi­schen Folk und Jazz«
Duo ›Rust and Bones‹, Ber­lin

Frei­tag, 25.11.2022, 19 Uhr

Manon Kah­le (USA): Kom­po­si­ti­on, Text, Gesang, Mul­ti­in­stru­men­ta­lis­tin
Miles Per­kin (Kana­da): Beglei­tung, Gesang, Gitar­re, Uku­le­le, Banjo

Eintritt 5 Euro

Kon­zert im Ehe­ma­li­gen Jüdi­schen Wai­sen­haus Pankow

»Mein bun­ter Kra­nich«
Euro­päi­sche Musik­me­ta­mor­pho­sen
Sonn­abend, 26.11.22, 16 Uhr

Ber­li­ner Str. 120, 13187 Ber­lin.
Ein­gang Hadlichstraße

Sinem Altan, Kom­po­nis­tin, Pia­nis­tin mit dem deutsch-tür­ki­schen Ensem­ble Oli­vinn
1.Teil: Por­trät mit Musik ‑Pau­se- 2.Teil: Kon­zert
Schein­bar mühe­los ver­bin­det Sinem Altan deut­sche Klas­sik mit tra­di­tio­nel­ler Musik aus Ana­to­li­en, zer­bricht Alt­be­kann­tes und fügt es zu völ­lig Neu­em naht­los wie­der zusam­men. Es ent­ste­hen dabei mit­rei­ßen­de Klang- und Rhythmusexplosionen.

Eintritt frei
Ensemble Olivinn

»sie kom­po­nirt [sic] wie ein Mann!«
Ein Streif­zug durch die Geschich­te kom­po­nie­ren­der Frau­en
Diens­tag, 29.11.2022, 19 Uhr

Refe­ren­tin: Dr. Mar­le­en Hoff­mann, Musik­wis­sen­schaft­le­rin
Wann haben Frau­en mit dem Kom­po­nie­ren ange­fan­gen?
Wie hat sich das Bild der musi­zie­ren­den und kom­po­nie­ren­den Frau über die Jahr­hun­der­te hin­weg verändert?

Eintritt 5 Euro
Dr. Marleen Hoffmann

Film »Pas­sio­nen eines Lebens –
Die Kom­po­nis­tin
Sofia Gubai­du­li­na«

Frei­tag, 2.12.2022, 19 Uhr

Ein Doku­men­tar­film mit Sofia Gubai­du­li­na und Anne-Sophie Mut­ter und deren Zusam­men­ar­beit am 2. Vio­lin­kon­zert »in tem­po prae­sens«, das der Solis­tin gewid­met ist.

Eintritt 4 Euro
Sofia Gubaidulina

Kon­zert im Schloss Schön­hau­sen Pankow

Armi­nio Streich­quar­tett
Sonn­tag, 4.12.2022, 11 Uhr

Tschai­kow­ski­stra­ße 1, 13156 Berlin

Emi­lie May­er – Streich­quar­tett Nr. 1 in g‑moll, op. 14
Sofia Gubai­du­li­na – Streich­quar­tett Nr. 3
Ethel Smyth – Streich­quar­tett in e‑moll

Julia Parusch, Vio­li­ne /​Johan­ne­ke Haver­ka­te, Vio­li­ne
Frie­de­mann Jörns, Vio­la /​Max Gun­der­mann, Cel­lo
www​.armi​nio​quar​tett​.de

Eintritt 15 Euro, ermäßigt 12 Euro
Arminio Quartett

Furo­re– Ver­lag nur für Kom­po­nis­tin­nen
Lei­te­rin Rena­te Matt­hei im Gespräch
Frei­tag, 9.12.22, 19 Uhr

Gegen die Markt­macht der gro­ßen Musik­ver­la­ge grün­de­te die Betriebs­wir­tin 1986 mutig den eige­nen Ver­lag »Furo­re« in Kas­sel, inzwi­schen mit Wer­ken von fast 2000 Kom­po­nis­tin­nen aus allen Kon­ti­nen­ten, vom 16. Jahr­hun­dert bis heute.

Eintritt 5 Euro

»Work is the only safe source of hap­pi­ness.«
Die eng­li­sche Opern­kom­po­nis­tin Ethel Smyth
(1858 – 1944): Leben, Oeu­vre und Selbst­bild
Diens­tag, 13.12.2022, 19 Uhr

Vor­trag von Dr. Mar­le­en Hoff­mann, Musik­wis­sen­schaft­le­rin
Die Eng­län­de­rin Ethel Smyth wur­de in Leip­zig aus­ge­bil­det, aber nicht als Kom­po­nis­tin und Diri­gen­tin ihrer eige­nen Wer­ke, son­dern als Suf­fra­get­te und Memoi­ren­schrei­be­rin wiederentdeckt.

Eintritt 5 Euro
Ethel Smyth

Film: Kom­po­nis­tin­nen
Frei­tag, 16.12.2022, 19 Uhr

Eine fil­misch-musi­ka­li­sche Spu­ren­su­che von Kyra Ste­cke­weh und Tim van Beve­ren. Der mehr­fach preis­ge­krön­te Doku­men­tar­film gibt Ein­blick in das Leben und Schaf­fen von Mel Bonis, Lili Bou­lan­ger, Fan­ny Hen­sel und Emi­lie May­er – vier Namen, die heu­te kaum jemand kennt.
https://​kom​po​nis​tin​nen​.com

Eintritt 4 Euro

Finis­sa­ge
Frei­tag, 13.1.2023, 19 Uhr

Video zur Aus­stel­lung mit Musik eines Mit­schnitts des Kon­zerts von Caht­rin Pfeif­fer anläß­lich der Aus­stel­lungs­er­öff­nung in der Galerie

Rundgang durch die Ausstellung

Vorstellung der Künstlerinnen und Künstler

Yvonne Andreini

Foto: Oliver Mark
1985
2005
2008
2010
2011 – 13
2015
2017
gebo­ren in Rom
Stu­di­um KHB Weißensee
Preis­trä­ge­rin des DAAD-Prei­ses für die bes­te aus­län­di­sche Stu­den­tin der KHB Weißensee.
Meis­ter­schü­le­rin bei Hanns Schimansky
Freie Mit­ar­beit an der HU Berlin
Grün­dung des Pro­jekt­rau­mes »pia­no alto«
Grün­dung des Fes­ti­vals für zeit­ge­nös­si­sche Kunst IN/​SU/​LA

Lili Bou­lan­ger
Lili Bou­lan­ger schafft es, auf einer intui­ti­ven, strin­gen­ten Wei­se essen­zi­el­le The­men wie Leben und Tod in einer lei­den­schaft­li­chen Leich­tig­keit zu transportieren.Ihre Musik klingt für mich als sei sie aus einer Not­wen­dig­keit ent­stan­den, wie die natür­li­che Kom­po­si­ti­on eines Gewit­ters, alles behält sei­ne Rich­tig­keit, ein per­fek­ter Klang­tep­pich, in sich stim­mig und authentisch.

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Ihre Musik so scheint es mir, spie­gelt in gewis­ser Wei­se ihre Bio­gra­fie, geprägt von einer Sehn­sucht nach dem Leben aber auch schon seit ihrer Kind­heit von Krank­heit, wie eine per­ma­nen­te Erin­ne­rung an das End­li­che.
Ins­be­son­de­re bin ich in die Trois mor­ceaux pour pia­no (Cor­tège, D’un Jar­din Clair , D’un Vieux Jar­din) ein­ge­taucht, sie haben mich auf einer unge­wöhn­li­chen Art gefes­selt, weil sie mei­ner Mei­nung nach in sich Wider­sprü­che tra­gen, die per­fekt mit­ein­an­der harmonieren.Diese Kon­tras­te sind mir auch in mei­ner Arbeit wich­tig, eine gewag­te Har­mo­nie zu erzeu­gen, die gleich­zei­tig schräg ist und irgend­wie instabil.Auch der Rhyth­mus, die­ser Wech­sel zwi­schen einer hek­ti­schen Schnel­lig­keit hin­zu einer lang­ge­zo­ge­nen Schwe­re hat mich an mei­ne Arbeits­wei­se erin­nert und fin­det sich in mei­nen Lini­en wieder.

Yvonne Andreini

Regina Conrad

Foto: Irene Waltz
1956
1987
1990/​91
1992/​93
1995
1995
gebo­ren in in Dahme/​Mark, auto­di­dak­ti­sches Malerei-Studium
Auf­nah­me in den Ver­band Bil­den­der Künst­ler der DDR
Sti­pen­di­um der Eduard-Bargheer-Stiftung
Arbeits­sti­pen­di­um der Stif­tung Kul­tur­fonds Berlin
Arbeits­auf­ent­halt im Künst­ler­haus Lukas Ahrenshoop
Kunst­preis der Bernd-Rosenheim-Stiftung

Fran­ces-Marie Uit­ti
Es war Som­mer 2019 die Coro­na-Viren waren im Anmarsch! Ein lan­ger Fuß­weg führ­te uns zum Ate­lier­haus Dah­lem. Fran­ce-Marie Uit­ti (1948 geb.) war ange­kün­digt. Wir kamen noch recht­zei­tig, um uns in dem über­di­men­sio­na­len Ate­lier von Arno Breker die lau­fen­de Aus­stel­lung anzuschauen.

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Es war ein­fach schön, die Span­nung wuchs mit jedem Grad der Dun­kel­heit. End­lich war es so weit, eine zier­li­che Frau betrat die Büh­ne. Sie solo –aus den tie­fen Grund­tö­nen des Cel­los kit­zelt sie mit den Bogen­haa­ren die natür­li­chen Ober­t­on­ket­ten her­aus und das Gan­ze mit zwei Bögen, sodass ein ver­gleich­bar orches­tra­ler lich­ter Klang ent­steht. Mit die­sem Werk­zeug durch­läuft sie Ihre atem­be­rau­ben­den eige­nen modu­lier­ten Kom­po­si­tio­nen.
Die inter­na­tio­nal bekann­te ame­ri­ka­ni­sche Cel­lis­tin und Kom­po­nis­tin Fran­ces-Marie Uit­ti (1948) stand nach einer klas­si­schen Aus­bil­dung in engem Kon­takt mit Gia­c­in­to Scel­si und arbei­te­te auch mit John Cage zusam­men. Sie fügt mit ihrer Tech­nik, dem gleich­zei­ti­gen Spiel mit zwei Bögen, dem Cel­lo-Spiel eine ganz neue Dimen­si­on hinzu.

Regina Conrad

Martin Enderlein

Foto: Bernd Petrikat
1963
1980 – 89
1990 – 95
1995 – 96
seit 1997
in Chem­nitz geboren
Leh­re und beruf­li­che Tätig­keit als Schriftmaler
Stu­di­um an der KH Bln-Weißensee
Meis­ter­schü­ler bei Prof. Die­ter Goltzsche
lebt und arbei­tet in Berlin

Flo­rence Pri­ce
A Day in the Life of a Was­her­wo­men­Morning
Drea­ming at the Wash­tub
A Gay Moment
Evening Shade

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Vier kur­ze Klavierstücke, geschrie­ben für den Tages­ab­lauf, vom Mor­gen bis zum ein­bre­chen­den Abend. Die hier­zu dar­ge­stell­ten Frau­en, Wäsche­rin­nen sind zeit­los. Ein­zig die Wasserkrüge deu­ten auf eine Tätig­keit. For­men und Pro­por­tio­nen der Figu­ren sind überzeichnet, skiz­zen­haft und dem Bild­aus­druck unter­wor­fen. Die Far­be ist bewusst redu­ziert und in der Dar­stel­lung über­wie­gen dabei die Grau­tö­ne. Weni­ge hel­le Ocker­tö­ne las­sen einen Bezug zum Raum erah­nen. Vier Bild­ta­feln ste­hen für den Mor­gen, ein ver­träum­tes Inne­hal­ten, Freu­dig­keit und die Ruhe am Abend.

Martin Enderlein

Annette Gundermann

Foto: Bernd Petrikat
1957
1984 – 89
1994 – 98
seit 2017
2007/​12
2016
2020
in Ber­lin geboren
HfBK Dres­den, Male­rei und Grafik
Werk­ver­trä­ge Senat von Berlin
Dozen­tin für Male­rei Som­mer­aka­de­mie, Hagen/​Rügen
Sti­pen­di­um Käthe-Dorsch-Stiftung
Bran­den­bur­gi­scher Kunst­preis für Malerei
Sti­pen­di­um des Lan­des Ber­lin, geför­dert durch die Senats­ver­wal­tung für Kul­tur und Europa

»The Wre­ckers« (Strand­räu­ber) Ethel Smyth
Die dra­ma­ti­sche Oper von Ethel Smyth spielt an der Küs­te Süd­eng­lands. Die Kom­po­nis­tin ver­ar­bei­tet in der Oper den Mythos über ein Dorf, wel­ches von Zeit zu Zeit den Leucht­turm abschal­tet, um sich am Lade­gut der hava­rier­ten Schif­fe zu bereichern. 

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Die eigent­li­che dra­ma­ti­sche Hand­lung habe ich bewusst zu Guns­ten der düs­te­ren Fels­for­ma­tio­nen und Hafen­buch­ten über­blen­det. Sie sind eine Meta­pher für das inne­re Dra­ma einer Dorf­ge­mein­schaft. Die Kulis­se, die­ser für mich fik­ti­ven Küs­te, hat mich dazu ange­regt, einen Insel­zy­klus zu ent­wi­ckeln in dem die Kraft des Mee­res, sein Wie­der­keh­ren von rhyth­mi­schen Schlä­gen musi­ka­li­schen Akkor­den gleicht –– mys­tisch, dun­kel und zugleich kraftvoll.

Die fins­te­re Sage corn­wal­li­scher Über­lie­fe­rung, die Ethel Smyth von den Fischern die­ser Küs­te gehört hat­te, gestal­te­te sie zu einer Dich­tung von unheim­li­cher und dro­hen­der Wir­kung. Im Stück initi­iert eine Dorf­be­woh­ne­rin den Auf­stand. Als War­nung für die Schif­fe zün­det sie am Strand ein Feu­er an. Immer weni­ger Schif­fe erlei­den Schiff­bruch vor ihrer Küs­te, immer weni­ger Strand­gut wird ange­schwemmt. Mit ihrer Zivil­cou­ra­ge ver­sto­ßen sie und ihr ver­bün­de­ter Gelieb­ter gegen die Moral­vor­stel­lun­gen der Insel­be­woh­ner und bezah­len am Ende mit ihrem Leben

Annette Gundermann

Klaus Hack

Foto: Florian Selig
1966
1989 – 91
1991 – 95
1995/​96
1997
1998
1999
2005
2010
gebo­ren in Bayreuth
AdBK Nürn­berg
HdK Ber­lin, Meisterschüler
Sti­pen­di­en des Senats von Ber­lin u. der Kul­tur­stif­tung Offenburg
Sti­pen­di­um Stif­tung Kulturfonds
Kunst­preis Land Brandenburg
Kunst­preis der Stadt Limburg
Lothar-Fischer-Preis Bild­haue­rei
Fried­rich-Baur-Preis der BA der Schö­nen Küns­te, München

Raum und Klän­ge
Die bild­haf­te Umset­zung von Klang, Musik und dar­stel­len­der Kunst hat mich immer beschäf­tigt. Der Schau­spie­ler Peter Fitz, der auf der Büh­ne den zuneh­mend an Taub­heit lei­den­den Kom­po­nis­ten Lud­wig van Beet­ho­ven dar­stell­te, inspi­rier­te mich zu der Skulp­tur »Ohren­ma­schi­nist«.

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Die Skulp­tur „Die wei­ße Krä­he“ ent­stand zu einem Tanz von Rudolf Nure­jew. Die Skulp­tu­ren der Serie »Kom­po­si­ti­on Turm« kön­nen als Varia­tio­nen von Klang­ge­bil­den ver­stan­den wer­den. Archi­tek­to­ni­sche Span­nung soll hier durch unter­schied­li­che Wer­tig­kei­ten erzeugt wer­den, die sich in den Raum hin­ein wie Klän­ge bewegen.

Klaus Hack

Ernst J. Petras

Foto: Lena Ganssmann
1955
1981/​82
1982 – 87
1987
2009-11
2014 – 17
2015
gebo­ren in Potsdam
KHB Wei­ßen­see
Stu­di­um an der HfKD Hal­le Burg Giebichenstein
Diplom, frei­schaf­fend als Bild­hau­er in Ber­lin und Brandenburg
Arbeits­auf­ent­halt und Ein­rich­tung eines Ate­liers in Bei­rut, Libanon
Auf­ent­halt in Caracas/​Venezuela, Gast i. Cen­tro de Arte Dani­el Suárez
Museo de Arte Moder­ne Jesus Soto, Ciu­dad Bolivar/​VE

Tere­sa Car­re­ño – Kom­po­nis­tin und Pia­nis­tin
Die Kom­po­nis­tin und Pia­nis­tin Tere­sa Car­re­ño lern­te ich auf Umwe­gen ken­nen. Als ich 2014 auf der Stadt­au­to­bahn in Caracas/​Venezuela an einer Aus­fahrt falsch abbog, fand ich mich plötz­lich auf dem eben­erdi­gen Park­deck des Com­ple­jo Cul­tu­ral Tere­sa Car­re­ño wieder.

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Es ist eines der größ­ten Thea­ter Vene­zue­las und beher­bergt den »Tere­sa Car­re­ño Ope­ra Chor«, das »Tere­sa Car­re­ño Bal­lett« und das »Natio­nal Phil­ar­mo­nic Orches­tra«. In der Fol­ge erleb­te ich hier in den Kon­zert­sä­len eini­ge wun­der­ba­re Kon­zer­te meist euro­päi­scher klas­si­scher Komponist/​innen.
Die geplan­te Aus­stel­lung »Ton­Art Kom­po­nis­tin­nen« führ­te mich zu der der Idee die Künst­le­rin Tere­sa Car­re­ño und ihre Musik genau­er ken­nen­zu­ler­nen und ihren Weg zurück­zu­ver­fol­gen. Und so inspi­rier­te mich der kla­re, oft auch kraft­vol­le Cha­rak­ter ihrer Musik zum Teil 1 die­ser Instal­la­ti­on. „Tria­da“, der Drei­klang, folgt die­sem Klang durch kan­ti­ge Stahl­ku­ben, nicht kor­rekt geo­me­trisch und leicht schräg am Boden. Der Rost bleibt sicht­bar, die Far­ben sind die der Natio­nal­fah­ne Vene­zue­las.
Der Teil 2 ist eine per­sön­li­che Remis Zens an das Land und die Stadt, in der ich meh­re­re Jah­re leb­te und in der Tere­sa Car­re­ño gebo­ren wur­de. Es sind Pflan­zen­blät­ter der »Heli­co­nia Bihai«, die ich 2017 in mei­nem tro­pi­schen Gar­ten in Cara­cas ern­te­te, zu die­ser Arbeit ver­wen­de­te, und aus Vene­zue­la unter aben­teu­er­li­chen Umstän­den mit­brach­te.
Teil 3 der Instal­la­ti­on beschäf­tigt sich aus his­to­ri­scher Sicht mit der Künst­le­rin. Sie war von ca. 1885 – 1915 sehr bekannt in Euro­pa und Deutsch­land und hin­ter­ließ ein beacht­li­ches Oeu­vre an Kom­po­si­tio­nen. Das Neon­ele­ment, mit einem his­to­ri­schen Por­trät­fo­to, gleicht einem Hei­li­gen­schein und gibt einen Hin­weis auf mei­ne Arbeitsweise.

Ernst J. Petras

Susanne Stelzenbach

1947
seit 1982
seit 1987
2002 – 21
2006
2008
2009
gebo­ren in Reudnitz
Stu­di­um an der HFM Hanns Eis­ler Ber­lin, Haupt­fach Klavier
Pia­nis­tin zeit­ge­nös­si­scher Musik
nach auto­di­dak­ti­schen Stu­di­en, auch als Kom­po­nis­tin tätig. Auf­füh­run­gen in Euro­pa, USA,und Südkorea.
Künst­le­ri­sche Lei­tung des Fes­ti­vals »pyra­mi­da­le«, Berlin
Zahl­rei­che Kom­po­si­ti­ons­sti­pen­di­en und Prei­se u.a.
via nova Weimar
Preis­trä­ge­rin des Kom­po­nis­tin­nen-Wett­be­werbs Unna
Miri­am Gide­on Com­po­si­ti­on Award (USA)

Die indi­vi­du­el­le Klang­spra­che
Mei­ne Erfah­run­gen als Inter­pre­tin zeitgenössischer Musik haben mei­ne Ein­stel­lung zum Kom­po­nie­ren und mei­ne Auf­fas­sung von Musik ent­schei­dend geprägt. Musik ist kör­per­lich erfahr­bar, bewegt und ent­steht selbst durch Bewegung.

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Sie kann das sub­jek­ti­ve Emp­fin­den von Zeit ver­än­dern, kann sug­ge­rie­ren, dass sie still­steht, oder dass sie sich beschleunigt.

Es ist mein Ziel, für jedes neue Stück eine indi­vi­du­el­le Klang­spra­che zu ent­wi­ckeln. Ein Klang kann brü­chig sein, glatt, unscharf, hell, dun­kel… Ich suche, indem ich höre, sehe, lese, den­ke und mich erin­ne­re, wobei das, was hän­gen bleibt und mich berührt mein Kom­po­nie­ren beein­flusst und oft auch die Form eines Stü­ckes bestimmt.

Susanne Stelzenbach

Christian Ulrich

1971
1991 – 97
1997 – 98
2018 – 20
in Brandenburg/​Havel geboren
Kunst­hoch­schu­le Ber­lin Weißensee
Meis­ter­schü­ler­jahr
Lehr­auf­trag Fach­hoch­schu­le Bie­le­feld und Gast­vor­trä­ge an der Ali­ce-Salo­mon-Hoch­schu­le Berlin

Sofia Gubai­du­li­na
»Am Anfang höre ich das Ende.«, sagt die rus­si­sche Kom­po­nis­tin Sofia Gubai­du­li­na, die so ihre Arbeits­wei­se beim Kom­po­nie­ren beschreibt.

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Und obwohl mein eige­ner Arbeits­pro­zess ein ande­rer ist, beglei­tet mich die­ser Satz nun schon eini­ge Jah­re. Denn hier fal­len Ort des Beginns und Ort des Endes schein­bar in eins. Das Wis­sen um den Schluss, um das Ende macht den Weg dazwi­schen begeh­bar und wahr­nehm­bar.
Die Wahr­neh­mung von Polen, von Gegen­satz­paa­ren, von ver­schie­de­nen Orten brau­chen wir um Erfah­run­gen zu machen. Die Bewe­gung zwi­schen ihnen scheint mir die Bedeu­tung des Lebens zu sein. Das Vaku­um wäre unaus­halt­bar. Bleibt die Fra­ge, ob der Tod wirk­lich die Auf­he­bung aller Gegen­sät­ze ist.
Trenn­li­ni­en und Ver­gan­gen­heit zwi­schen Ost und West, Erfah­rung von Dik­ta­tur, Fah­nen­ap­pell, Dasein in Nischen sind ver­bin­den­de Erfah­run­gen trotz unter­schied­li­cher Genera­ti­on
Hei­ner Mül­ler schreibt: »…Nach der Fahrt durch die licht­lo­se Hei­mat der Haß auf die Lam­pen. Daß die Lei­che so bunt ist…« 

Christian Ulrich

Astrid Weichelt

Foto: Kaya Behkalam
1953
1970 – 72
1979 – 84
seit 1984
1991 – 96
1994
1998
2004
seit 2014
gebo­ren in Freiberg/​Sachsen
Leh­re als Bibliotheksfacharbeiterin
Kunst­stu­di­um an der HfKD Hal­le, Burg Gie­bichen­stein, Diplom
frei­be­ruf­li­che Künst­le­rin in Berlin
Lehr­auf­trag am Insti­tut für Kunst­er­zie­hung der HU Berlin
För­dersti­pen­di­um der Käthe-Dorsch-Stiftung
Preis­trä­ge­rin des Wett­be­werbs »Kunst auf der Bun­des­gar­ten­schau Mag­de­burg 1999«
Sti­pen­di­um Stif­tung Stift Neuzelle
Freie Mit­ar­bei­te­rin der Staat­li­chen Muse­en zu Berlin

Die Lebens­rea­li­tät der Kom­po­nis­tin­nen
Wer sich heu­te mit Kom­po­nis­tin­nen der Ver­gan­gen­heit beschäf­tigt, wird immer eines fest­stel­len: Leicht hat­te es kaum eine die­ser kom­po­nie­ren­den Frau­en. Wie­viel Mut und Durch­set­zungs­ver­mö­gen es brauch­te, um sich in einem von Män­nern domi­nier­ten Beruf einen noch so beschei­de­nen Platz zu erobern, kön­nen wir nur noch erahnen.

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Mit mei­nen Arbei­ten ver­su­che ich, mich der Lebens­rea­li­tät eini­ger die­ser Kom­po­nis­tin­nen anzu­nä­hern. Dabei gilt mein Inter­es­se auch den gegen-ständ­li­chen Hin­ter­las­sen­schaf­ten der jewei­li­gen Epo­che. Dazu gehö­ren eher unbe­deu­ten­de Objek­te, die sich am Ran­de unse­rer Wahr­neh­mung befin­den. Das archäo­lo­gi­sche Ver­fah­ren der Papier­ab­for­mung ist mei­ne bevor­zug­te Tech­nik. Das aus­ge­wähl­te Objekt erhält dabei eine dün­ne „Haut“ aus feuch­ten Papier­bö­gen, die ihm nach der Trock­nung wie­der abge­zo­gen wird. Die­se „Haut“ zeigt die Prä­senz des abge­form­ten Ori­gi­nals und gleich­zei­tig sei­ne offen­sicht­li­che Abwe­sen­heit in der Abfor­mung, die nur lee­re Hül­le ist und an die statt­ge­fun­de­ne Berüh­rung erinnert.

Astrid Weichelt