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In der Galerie

»neben‑, gegen‑, mit­ein­an­der«
13.07. bis 17.08.2024

Eröff­nung: Frei­tag 12.07.2024, 19:30 Uhr

Lau­da­tio: Thi­lo Bill­mei­er, Kunst­wis­sen­schaft­ler, Berlin

Clau­dia Busching – Schwarz /​Weiß
Jörg Uwe Jacob – Far­be
Alex­an­der Sgo­ni­na – Zeich­nung und Plastik

Clau­dia Busching
»Seit vie­len Jah­ren unter­sucht Clau­dia Busching in ihren Arbei­ten auf eigen­wil­li­ge Wei­se die Fra­ge nach dem Bild­raum. Gera­de durch die rigo­ro­se Beschrän­kung auf die (Nicht)Farben Schwarz und Weiß und ihre viel­fach gebro­che­nen Zwi­schen­tö­ne wird jedes Blatt zu einem Erfah­rungs­feld, das in den unter­schied­li­chen Ver­schie­bun­gen, Modu­la­tio­nen, Wand­lun­gen ihres künst­le­ri­schen Voka­bu­lars doch immer neue Mög­lich­kei­ten inner­halb der gewähl­ten Rah­men­be­din­gun­gen erspielt.«
Aus­zug aus dem Text von Johan­na Bartl/​Fremdenhaus beim Schloss Geor­gi­um, Des­sau
www​.clau​dia​bu​sching​.de

Jörg Uwe Jacob
Die immense Hin­wen­dung des Malers Jörg-Uwe Jacobs zur Form­welt der Far­ben mit ihren unbe­grenz­ten Varia­tio­nen sym­bo­li­siert zugleich sein künst­le­ri­sches Zen­trum. Die schrun­di­ge Mal­haut ist Scha­le, Rin­de und eben Haut als äuße­rer Abschluss. Sie ist mehr­schich­ti­ger Schutz, emp­find­sa­me Reiz­auf­nah­me, trans­pa­ren­ter Stoff­aus­tausch, spon­ta­ne Gemüts­re­gu­lie­rung, umge­hen­de Bewusst­seins­er­wei­te­rung.
Aus­zü­ge aus dem Text von Ulrich Kav­ka zur Aus­stel­lung »Ber­li­ner Dialog«

Alex­an­der Sgo­ni­na
Sgo­ni­nas Arbeit hin­ter­liegt, stets das Men­schen­bild, des­sen er sich stän­dig aufs Neue ver­ge­wis­sern muss. Zu sei­nen groß­for­ma­ti­gen Zeich­nun­gen schreibt er 2023
»Mit einem Abstand von weni­ger als einen Meter vor dem Spie­gel habe ich mich gezeich­net. Es ent­stan­den Arbei­ten, die von der ›Wirk­lich­keit‹ nur noch ein paar krum­me Spu­ren Holz­koh­le auf dem Papier übri­glie­ßen. Ich habe kon­zen­triert hin­ge­se­hen und die Hand hat die Augen­bli­cke mit Zei­chen­koh­le fest­ge­hal­ten.«
www​.alex​an​ders​go​ni​na​.de

Rundgang durch die Ausstellung

Im Kabinett

»Gegen­über« 
13.07. bis 17.08.2024

Eröff­nung: Frei­tag 12.07.2024, 19:30 Uhr

Eck­art Bruch
Andrea Bur­kert
Karl-Heinz Fritz­sche
Till Fink

Heinz-Jür­gen Hein­ze
Rei­ner Hof­mann
Bernd Schaa­le

Druck­gra­fik, Plas­tik, Zeichnung

Die Aus­stel­lung ist eine Koope­ra­ti­on zwi­schen der Gale­rie Ama­li­en­park | Raum für Kunst, der »Krea­ti­ven Werk­statt« der
Hoff­nungs­ta­ler Stif­tung Lobe­tal und der Ein­rich­tung »Die Mache­rei« der Johan­nes­stift Dia­ko­nie Proclusio.

Die Aus­stel­lung »Gegen­über« zeigt plas­ti­sche Arbei­ten, Druck­gra­fi­ken und Zeich­nun­gen und ist eine Koope­ra­ti­on zwi­schen der Gale­rie Ama­li­en­park – Raum für Kunst, der »Krea­ti­ven Werk­statt« der Hoff­nungs­ta­ler Stif­tung Lobe­tal und der Ein­rich­tung »Die Mache­rei« der Johan­nes­stift Dia­ko­nie Pro­clu­sio.
Wäh­rend die Plas­ti­ken bereits in den acht­zi­ger Jah­ren in der „Krea­ti­ven Werk­statt“ ent­stan­den, sind die Arbei­ten auf Papier neue­re Ergeb­nis­se aus den Mache­rei-Ate­liers im Johan­nes­stift.
Das Ver­bin­den­de ist das The­ma des Kop­fes und Por­träts und die Kon­zen­tra­ti­on auf die mensch­li­che Phy­sio­gno­mie und deren Ausdruck.

Die plas­ti­schen Arbei­ten von Eck­art Bruch, Karl Heinz Frit­sche, Till Fink, Heinz-Jür­gen Hein­ze und Rei­ner Hof­mann wur­den in einem Pro­jekt zwi­schen 1987 und 1989 auch in Aus­ein­an­der­set­zung und Anre­gung durch ein leben­des Vor­bild, ein Modell geformt. Die Bild­haue­rin Mar­git Schötz­schel, die die Idee zu die­sem Pro­jekt in Lobe­tal hat­te, sorg­te in den neun­zi­ger Jah­ren dafür, dass die Arbei­ten in Bron­ze gegos­sen wur­den. Obwohl die gezeig­ten Köp­fe jeweils ein­zeln in ihrer Indi­vi­dua­li­tät über­ra­schen, sind die Ver­ein­fa­chung und Stei­ge­rung der plas­ti­schen For­men und der inten­si­ve emo­tio­na­le Aus­druck eine die Arbei­ten spür­bar ver­bin­den­de Qualität.

Die Zeich­nun­gen und Druck­gra­fi­ken von Andrea Bur­kert und Bernd Schaa­le zei­gen eine star­ke zeich­ne­ri­sche Kraft und ähn­lich wie in den Plas­ti­ken wird durch die Expres­si­vi­tät der For­men­set­zung und der Ges­tik des Gezeich­ne­ten eine direk­te Über­mitt­lung von Gefühl und eine sou­ve­rä­ne äuße­re Prä­senz erreicht.
Der Mensch braucht das Gegen­über, um sich selbst zu erken­nen. Wir brau­chen den Spie­gel des Ande­ren, um uns ver­stan­den zu wis­sen.
In der künst­le­ri­schen Arbeit ent­steht in der Aus­ein­an­der­set­zung mit dem Modell oder einer foto­gra­fi­schen Abbil­dung ein Abbild, in dem sich, dies wird in der Aus­stel­lung deut­lich, das Inne­re und Äuße­re des Modells, aber eben­so des Schaf­fen­den ver­mi­schen. Die fer­ti­ge Arbeit selbst wie­der­um wird im Aus­stel­lungs­kon­text zum Gegen­über für den Betrachtenden.

Chris­ti­an Ulrich, Juni 2024

Rundgang durch die Ausstellung